Selbstständigkeit

Im Oktober, kurz nach meiner Kündigung, war ich für kurze Zeit sehr verzweifelt. Ich hatte während meiner Beschäftigung immer wieder Bewerbungen geschrieben, sodass ich Nahtlos in eine neue Beschäftigung gehen kann. Leider ist mir mein damaliger Arbeitgeber zuvor gekommen. Diesen Job hatte ich nur angenommen, um irgendwas zu haben. Denn schon zum Ende meiner Ausbildung habe ich beschlossen, dass ich im Sozialwesen arbeiten will und durch die Arbeit in der Immobilienbranche nach der Ausbildung, hat sich dieser Wunsch nur mehr und mehr verstärkt. Mein Traum ist es, eine verwaltende Tätigkeit in einer Sozialen Einrichtung einzunehmen. Aus meinen Wunschstellen ist leider bis heute nichts geworden.

Ich hatte keinen Erfolg.

Den einzigen „Erfolg“, den ich hatte war, als ich mich für ein duales Studium soziale Arbeit im Jugendamt beworben habe. Den Test hatte ich bestanden und wurde auch zum Vorstellungsgespräch geladen. In diesem konnte ich wie es scheint nicht überzeugen..
Doch mein Ehrgeiz, eine solche Stelle anzutreten, ist nicht gebrochen und ich hoffe, dass meine selbstständige Arbeit in der Kinderbetreuung in meinem Lebenslauf punkten wird.

Kinderbetreuung? – Bist du verrückt?!

Ja, du hast richtig gelesen, Kinderbetreuung. Das ist nicht das, was ich gelernt habe, jedoch bin ich vor meiner Ausbildung auch schon oft im sozialen Bereich gewesen – Praktika in Kindergärten, Praktikum bei der Stadtmission und der gescheiterte Versuch ein Fachabitur im Sozialwesen zu absolvieren.

Ich sehe die Selbstständigkeit als „Fußfassen“ in diesem Bereich, sodass es mir am Ende vielleicht leichter fällt meinem Traum, einer verwaltenden Tätigkeit im Sozialwesen, irgendwann nachgehen zu können.

Darauf gekommen bin ich dadurch, dass ich während meiner Ausbildung selber das Angebot der Kinderbetreuung in Anspruch genommen habe.

Das war die Idee!

Das Prinzip ist einfach. Ich musste um 8 Uhr in der Schule sein, jedoch machte unsere Kita erst um 8 Uhr auf. In Folge dessen, wäre ich jeden Tag 20 min zu spät zur Schule gekommen. Hier kam die Kinderbetreuung in’s Spiel – Sie kam zu uns, frühstückte mit Nikon und zog ihn an, um ihn dann zur Kita zu bringen. Und ich konnte pünktlich im Unterricht sein!

Ich war so froh, dass ich auf diese Idee gekommen bin und engagiert, dass ich nach meiner Phase der Verzweiflung für eine die nächste Beratung am 05.11.2020 angemeldet habe. Die Teilnahme an diesem Infoabend hat mich nur mehr und mehr darin bestärkt mich im Bereich der Kinderbetreuung selbstständig zu machen.

Ich sah wieder einen Weg.

Ich sah wieder einen Weg für mich und war hochmotiviert. Innerhalb einer Woche hatte ich alle nötigen Dokumente besorgt und habe diese direkt an das Jugendamt gesendet (Ich brauche dafür nämlich das Einverständnis vom Jugendamt) und gehofft, dass Sie mir zeitnah einen Kennenlerntermin vergeben kann. Sodass ich mir so schnell wie möglich eine Familie suchen kann. Aber Pustekuchen, mir wurden erneut Steine in den Weg gelegt.

Wieder lagen Steine auf meinem Weg.

Das Jugendamt konnte aufgrund des Lockdowns keine Termine vergeben. Das weckte in mit tiefes Unverständnis, da ich bei dem Infoabend für die Selbstständigkeit mit 12 anderen in einem Raum saß (natürlich immer auf 1,5 m Abstand) aber das Jugendamt bekommt keinen 4-Augen Termin auf die Reihe. Das machte mich wirklich sehr wütend!

Und bis zuletzt musste ich mehr als 2 Monate auf den Termin warten, welcher trotz Lockdowns stattfand. (Hätte man ja dann doch eher im Lockdown dann machen können…)

Ich versuchte meinen Unmut zu vergessen und ging frohen Mutes zu dem Termin, der gegen meine Erwartungen wirklich gut war.

Und dann kam die Wendung.

Die Verwalterin sagte mir, dass sie sich sehr gefreut hat, dass ich die nötigen Dokumente schon so schnell hatte und, dass ich immer Zeitnah auf Ihre Mails antworte. Sie sah sich die Dokumente nochmal im Original an, wir füllten zusammen den Antrag aus und wir unterhielten uns ein wenig über meine Situation, zu der sie dann ganz aufgeregt sagte, dass ich doch eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin machen könnte, oder mich als Tagesmutter für bis zu 5 Kinder eintragen lassen könnte. Ich lehnte ihre Vorschläge vorerst ab, sagte ihr aber, dass ich mir das durch den Kopf gehen lassen werde und die ergänzende Kinderbetreuung, die ich nun beginnen möchte vorerst als Einstieg nehmen möchte. Dann teilte Sie mir mit, dass Sie noch eine 2. Familie für mich hätte.

Nun hoffe ich, dass ich im Februar (spätestens im März) mit der Kinderbetreuung anfangen kann, sobald alle Dokumente und Anträge durch sind und ich auch die Familien kennengelernt habe.

Aber hast du wegen Corona keine Angst um deine Existenz?

Dass ich mich während Corona selbstständig mache sehe ich als unproblematisch. Die einzigen Hürden sehe ich nur darin, dass die Ämter so ein Heck-Meck mit den Terminen machen (wie oben beschrieben). Ansonsten ist der Bedarf an ergänzender Kinderbetreuung genauso hoch wie vorher, wenn nicht sogar höher, da viele Kitas veränderte Öffnungszeiten haben.

Für mich ist diese Art von Selbstständigkeit die momentan optimalste Lösung, ich kann mit meinem Sohn „arbeiten“ gehen, bin im sozialen Bereich Tätig und verdiene mir nebenbei noch was dazu. Klar ist, das große Geld mache ich damit nicht, aber das ist mir egal, solange ich einer Tätigkeit nachgehen kann, die mir Spaß macht und mich mich selbst verwirklichen lässt.

Habt ihr Fragen dazu, oder seid ihr nun selbst interessiert dieser Tätigkeit nachzugehen? Schreibt es mir gern in die Kommentare.

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